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A-Modell

» Chronologische Übersicht der ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbereich

Im Bundesfernstraßenbereich kommen verschiedene ÖPP-Geschäftsmodelle zur Anwendung. Während die ersten vier Projekte als Pilotprojekte nach dem A-Modell – der Begriff "A-Modell" steht für Ausbau-Modell – realisiert wurden, folgte ein weiteres Projekt als Einheitsmautmodell und weitere als Verfügbarkeitsmodelle.

Beim A-Modell übernimmt ein privater Partner den Ausbau von Autobahnabschnitten, deren bauliche und betriebliche Erhaltung sowie die anteilige Finanzierung über einen Zeitraum von in der Regel 30 Jahren. Nach Ablauf der Vertragszeit gehen die Aufgabenverantwortung und der Streckenabschnitt in einem vereinbarten Zustand wieder auf Bund und Land über.

Das A-Modell steht in engem Zusammenhang mit der Einführung der streckenbezogenen Maut für schwere Lkw im Jahr 2005. Die Refinanzierung des privaten Partners erfolgt aus dem  Gebührenaufkommen aus der Lkw-Maut auf dem jeweiligen Streckenabschnitt auf Basis eines verkehrsbezogenen Vergütungsmodells. Diese Gebühren werden durch den Bund erhoben und an den privaten Partner weitergeleitet. Darüber hinaus kann der private Partner eine Anschubfinanzierung aus dem öffentlichen Haushalt erhalten, wenn die Einnahmen aus der weitergeleiteten Lkw-Maut allein nicht zur Refinanzierung der Investition ausreichen. Da der private Partner nicht zur Erhebung der Mautgebühren ermächtigt wird, bedarf es beim A-Modell im Gegensatz zum F-Modell keiner gesetzlichen Grundlage. Ein Zusammenhang zwischen dem A-Modell und dem Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz (FStrPrivFinG) besteht somit nicht.

Das verkehrsbezogene Vergütungsmodell wurde mit dem Einheitsmautmodell weiterentwickelt. Statt einer Vergütung, die sich wie bei dem A-Modell aus der in dem Konzessionsabschnitt tatsächlich anfallenden Lkw-Maut ergibt, berechnet sich die Vergütung über einen Einheitsmautsatz je Lkw und Kilometer. Damit entfällt die komplexe Ermittlung der Vergütung infolge der sich ändernden Mautsätze und der wechselnden Zusammensetzung in den einzelnen Mautklassen. Die Höhe des Einheitsmautsatzes wird im Wettbewerb ermittelt.

Darüber hinaus gibt es das Verfügbarkeitsmodell, bei dem die Vergütung im Gegensatz zu den vorgenannten Geschäftsmodellen nicht von der Verkehrsmenge abhängig ist. Stattdessen ergibt sich die Vergütung aus der Verfügbarkeit der Strecke und der Qualität der erbrachten Leistung. Bei eingeschränkter Verfügbarkeit (Fahrstreifen- oder Geschwindigkeitsreduktion) der Vertragsstrecke sowie bei Qualitätsmängeln wird das Entgelt reduziert.

Der Zuschnitt der Strecken ist im Gegensatz zum ursprünglichen A-Modell nicht weiter auf den Ausbau von Autobahnabschnitten beschränkt, auch auf Bundesstraßen werden geeignete Streckenabschnitte untersucht. Zusätzlich sind auch Projekte im Bereich Neubau sowie reine Erhaltungsprojekte ohne Bauleistungen denkbar. Der Zuschnitt orientiert sich dabei jeweils am gegebenen Zustand bzw. den Merkmalen der Strecken.

Die Umsetzung eines ÖPP-Projekts im Bundesfernstraßenbereich erfolgt nur dann, wenn die nach § 7 Absatz 2 BHO vorzunehmende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergibt, dass ein ÖPP-Projekt gegenüber einer konventionellen Realisierung mindestens ebenso wirtschaftlich ist. Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Leitfadens für "Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen bei ÖPP-Projekten" (häufig als "FMK-Leitfaden" bezeichnet; siehe auch unter Downloads), an dessen Erstellung die VIFG mitgewirkt hat. Die Durchführung der ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbereich wird im Rahmen eines Vertragsmanagements durch die zuständigen Straßenbauverwaltungen der Länder bzw. in deren Auftrag der DEGES sowie dem BMVI mit der VIFG begleitet.

Zu den Vorteilen der ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbereich gehören:

  • Zeitnaher Ausbau von derzeit über den Haushalt nicht zu finanzierenden Autobahnstrecken
  • Effiziente Umsetzung durch Integration der Lebenszyklusphasen und Wettbewerb
  • Sicherung und Verbesserung der Qualität über die Vertragslaufzeit
  • Entlastung der öffentlichen Hand von Betrieb und Erhaltung
  • Verwendung der Lkw-Gebühr für die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur und damit teilweise eine Nutzerfinanzierung

Chronologische Übersicht der ÖPP-Projekte im Bundesfernstraßenbereich:

ÖPP-ProjektStreckenabschnittStatusSteckbrief
A-Modell A8 in BayernBAB A 8 AS Augsburg-West – AD München-Allach
autobahnplus
Verkehrsfreigabe PDF
Link öffnenBAB A 4 Landesgrenze Hessen/Thüringen – AS Gotha
(sog. "Umfahrung Hörselberge")
Via Solutions Thüringen
Verkehrsfreigabe PDF
Link öffnenBAB A 1 AD Buchholz – AK Bremen
A1 mobil
Verkehrsfreigabe PDF
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Via Solutions Südwest
Verkehrsfreigabe PDF
Link öffnenBAB A 8 II AK Ulm/Elchingen – AS Augsburg-West
Pansuevia
Verkehrsfreigabe PDF
Link öffnenBAB A 9 AS Lederhose – Landesgrenze Thüringen/Bayern
Via Gateway Thüringen
Verkehrsfreigabe PDF
BAB A 7

AS Neumünster-Nord - südlich AD HH-Nordwest
Via Solutions Nord

In Betrieb  folgt
BAB A 94 AS Forstinning - AS Marktl In Betrieb  folgt
BAB A 7 AD Salzgitter – AS Göttingen Ausschreibung  
BAB A 6 AS Wiesloch/Rauenberg – AK Weinsberg Ausschreibung  
BAB A 1 / BAB A 30 Lotte – Münster / Rheine – Lotte Angekündigt  
BAB A 44 Diemelstadt - Kassel-Süd Angekündigt  
BAB A 61 / BAB A 650, A 65 A 61 mit Abschnitten der A 650, A 65
(Worms - Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Baden-Württemberg)
Angekündigt  
BAB A 10 / BAB A 24 AS Neuruppin– AD Pankow (A24) / AD Pankow – Landesgrenze Brandenburg/Berlin (A10) Ausschreibung  
BAB A 3 AK Biebelried - AK Fürth/Erlangen Angekündigt  
BAB A 4 AS Gotha - Landesgrenze Thüringen/Sachsen
(Erhaltungsmodell)
Angekündigt  
BAB A 6 AK Weinsberg - AK Feuchtwangen/Crailsheim Angekündigt  
BAB A 8 Rosenheim - Bundesgrenze Deutschland/Österreich Angekündigt  
BAB A 57 AK Köln-Nord - AK Moers Angekündigt  
E 233
(Bundesstraße)
AS Meppen (A31) - AS Cloppenburg (A1) Angekündigt  
B 247 Bad Langensalza - A38 Angekündigt  
BAB A 20 Elbquerung
(vorgesehen als F-Modell)
Angekündigt  
BAB A 26 Hamburg (A1) - Rübke
(vorgesehen als F-Modell)
Angekündigt  

* Bei angekündigten Projekten ist die Vertragsstrecke noch nicht abschließend festgelegt. Die ursprünglich vorgesehenen Projekte auf der A45 in Hessen und die A60 in Rheinland-Pfalz werden nicht weiterverfolgt.

Stand: Februar 2016

Der Ausschreibungsbeginn der bereits angekündigten Projekte wird sukzessive für die kommenden Jahre erwartet. Der jeweilige Projektstart hängt von der Schaffung des Baurechts, den Ergebnissen einer durchzuführenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und den haushaltsrechtlichen Voraussetzungen ab.

Weitere Unterlagen zu den ÖPP-Projekten im Bundesfernstraßenbereich können im Download-Bereich dieser Homepage heruntergeladen werden.

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