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Die Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft (VIFG) – eine Gesellschaft im Eigentum des Bundes mit gesetzlich geregelten Aufgaben – wurde 2003 in Berlin gegründet. Errichtung und Aufgaben der VIFG sind im „Gesetz zur Errichtung einer Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft zur Finanzierung von Bundesverkehrswegen (Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaftsgesetz – VIFGG)" verankert.
Dieses Gesetz ermächtigt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der VIFG bestimmte Funktionen des Bundes bezüglich der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur zu übertragen, ebenso wie Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Fernstraßenbauprivatfinanzierungsgesetz oder vergleichbaren privatwirtschaftlichen Projekten der Verkehrswegeinfrastruktur stehen.
Der Beschluss zur Gründung der VIFG im Jahr 2003 beruht im Wesentlichen auf den Ergebnissen der vom damaligen Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen eingesetzten, unabhängigen Regierungskommission „Verkehrsinfrastrukturfinanzierung", die – vor dem Hintergrund der Diskussion über eine nachhaltige Finanzierung der Bundesverkehrswege außerhalb des Bundeshaushaltes – ein strategisches Gesamtkonzept erarbeitet hat, wie zusätzliche Mittel zur Infrastrukturfinanzierung zu mobilisieren sind.

Folgende Vorschläge der sogenannten Pällmann-Kommission wurden von der Bundesregierung aufgegriffen und stießen auch in Wirtschaft und Politik auf breite Akzeptanz:

  • ein schrittweiser Systemwechsel von der Steuerfinanzierung zur Nutzerfinanzierung
  • die ökonomisch und ökologisch sinnvolle Einführung einer streckenbezogenen Maut
  • die Sicherstellung einer zweckgebundenen Abgabenverwendung für die Investitionen

Wesentliche Ergebnisse der Pällmann-Kommission wurden 2012 durch die Kommission „Zukunft der Verkehrsinfrastrukturfinanzierung" (die sog. Daehre-Kommission) und 2013 durch die Kommission „Nachhaltige Verkehrsinfrastrukturfinanzierung" (die sog. Bodewig-Kommission) bestätigt. Insbesondere die strukturelle Unterfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur wurde in beiden Berichten thematisiert.
Der Deutsche Bundestag schuf mit einer Gesetzesänderung („Erstes Gesetz zur Änderung des Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaftsgesetzes" vom 21.12.2015) die Voraussetzungen dafür, ab 2016 den Zahlungsverkehr für alle Ausgaben zur Finanzierung von Bau, Erhaltung und Betrieb der Bundesfernstraßen von der VIFG verwalten zu lassen.

Zu den Aufgaben der VIFG im Bereich der Finanzierung der Bundesfernstraßen gehört insbesondere die Durchführung des Zahlungsverkehrs im Zusammenhang mit Bau, Erhaltung und Betrieb von Bundesfernstraßen. Dazu zählen die Mittel aus dem Gebührenaufkommen nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz sowie alle übrigen im Bundeshaushalt veranschlagten Haushaltsmittel. Die Gesellschaft betreibt hierfür ein Finanzmanagementsystem, das auch weitere Funktionen zum Aufbau von Controlling-Instrumenten einschließt.

Weiterhin unterstützt die VIFG das BMVI bei der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung von privatwirtschaftlichen Projekten. Sie trägt dazu bei, geeignete Betreibermodelle für die Bereitstellung von Verkehrswegen zu entwickeln sowie deren Umsetzung mitzugestalten und zu begleiten. In diesem Zusammenhang werden „Öffentlich Private Partnerschaften" (ÖPP-Modelle) im Verkehrssektor konzeptionell und systematisch weiterentwickelt.
Die VIFG versteht sich als ÖPP-Kompetenzzentrum und Teil des föderalen Kompetenznetzwerks Verkehr. Als „Servicecenter Wirtschaftlichkeit" erarbeitet die VIFG konzeptionelle Lösungen, die der Wirtschaftlichkeit dienen. Hierbei ist die volkswirtschaftliche Betrachtung ebenso von Bedeutung wie die Projektwirtschlarsaftlichkeit auf der Beschaffungsebene.